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Kapitel 2.2.2.3.1: Behaviorismus


Beim Behaviorismus wird das Gehirn als eine Art "black box" gesehen, d.h. die internen Vorgänge im Gehirn interessieren nicht. Vielmehr gehen die Vertreter des Behaviorismus davon aus, daß man das menschliche Gehirn nur auf eine geeignete Art und Weise reizen muß, um die gewünschte Reaktion auszulösen. Die theoretischen und didaktischen Schwierigkeiten bestehen vor allem darin, diese geeigneten Stimuli zu erforschen und sie mit adäquatem Feedback (Belohnung bei richtiger Antwort, "Strafe" bei falscher Antwort) zu unterstützen, um die richtige Verhaltensweise zu verstärken. Behavioristische Lehrstrategien gehen davon aus, daß Lehrende wissen, was die Tutanden zu lernen haben.

Früher war die behavioristische Sichtweise weit verbreitet (z.B. als "Programmierter Unterricht" in den frühen sechziger Jahre), heute ist sie allerdings stark in Mißkredit geraten, weil das Reiz-Reaktions-Schema die Komplexität der menschlichen Lernprozesse einfach nicht erfassen kann. Beim Trainieren von (körperlichen) Fertigkeiten hat der Behaviorismus allerdings gute Erfolge erzielt und ist auf diesem Gebiet auch heute noch die vorherrschende Strategie. Ein behavioristisches CBT-Programm ist eine absolute Autorität, welche beurteilt und "weiß", was richtig und falsch ist. Derartige Programme zerteilen das zu vermittelnde Wissen in kleine Bestandteile, die zuerst präsentiert werden, worauf dann anschließend sofort Kontrollfragen folgen. Komplexe Zusammenhänge können durch die Aufteilung des Stoffes in kleine Teile nur schlecht dargestellt und folglich dem Tutanden nur schwer vermittelt werden [Baumgartner, Payr 94, S. 101-103; Baumgartner, Payr 94b, S. 138; Haag 95, S. 46].

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