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Kapitel 3.1.4.2: Videoclips


Zur Erzeugung von Videoclips für den Computer wird neben der Videokamera bzw. dem Videorekorder noch ein Realtime Video Digitizer benötigt, der die analogen Signale in digitale Form umsetzt und die Einzelbilder komprimiert speichert.

Die Wiedergabe kann mit entsprechender Software erfolgen. Um aber hohe Wiedergaberaten (25 - 30 Frames pro Sekunde) zu erreichen, ist - insbesondere beim MPEG-Format - der Einsatz spezieller Hardware empfehlenswert, die es mittlerweile zwar schon relativ preiswert zu kaufen gibt, aber noch nicht zur Standardausstattung eines Computers gehört.

Zur Wiedergabe von Videoclips zusammen mit Audiodaten sind Synchronisationsverfahren erforderlich, die den passenden Ton zum Bild liefern. Einige Formate haben hier in der Vergangenheit noch etwas Schwierigkeiten gehabt.

Nachfolgend werden die drei am weitesten verbreiteten Formate für digitales Video vorgestellt:

Video for Windows (AVI)

Das AVI-Format wurde von Microsoft zur Darstellung von bewegten Bildern und Tönen eingeführt. Es basiert auf der Microsoft RIFF-Spezifikation und ist mittlerweile fester Bestandteil des Windows-Betriebssystems.

Für Audio- und Videodaten ist jeweiles ein eigener Stream erforderlich, d.h. die Daten werden in getrennten Blöcken gespeichert.

Die einzelnen Bilder des Films können unkomprimiert oder nach dem RLE-Verfahren komprimiert gespeichert werden. Dabei lehnt sich die Speicherung der Videodaten an das Windows-BMP-Format an. Die Audiodaten werden ähnlich wie beim WAV-Format gespeichert. Aufgrund der schlechten (bzw. nicht vorhandenen) Kompression können AVI-Dateien sehr speicherintensiv werden [vgl. Born 95, S.459-472].

Apple QuickTime (QTM)

Mit dem QuickTime Movie Resource-Format wurde von Apple ein weiteres Format zur Speicherung von Videosequenzen mit Audiodaten definiert. Neben Macintosh-Computern steht dieses Format auch für Windows-Rechner zur Verfügung.

Das QTM-Format unterstützt sechs Kompressionsverfahren, die aber bis auf das JPEG-Verfahren nur speziell von Apple verwendet werden. Audiodaten werden im AIFF-Format gespeichert.

In QTM-Dateien können mehrere Spuren mit Audio- und Videodaten angelegt werden. Sie können ein Preview enthalten. Das Format erlaubt einen interaktiven Eingriff des Benutzers [vgl. Born 95, S. 482-489].

MPEG

MPEG ist ein Synonym für ein Kompressionsverfahren und ein als Bitstream definiertes Videoformat für unterschiedliche Einsatzbereiche. Die MPEG-I-Spezifikation ist für CD-ROMs mit einem Datendurchsatz von 150 KBytes/s und mit einer Videoauflösung von 352 x 288 Bildpunkten bei 25 Bildern/s ausgelegt. Daneben gibt es derzeit noch die MPEG-II-Spezifikation, die für digitales Fernsehen bestimmt ist, sowie MPEG-III und MPEG-IV.

Die Kompression kann nur von Spezial-Hardware in Echtzeit ausgeführt werden, da Veränderungen zwischen aufeinanderfolgenden Bildern nicht nur als Differenz kodiert werden, sondern auch per Motion Compensation. Bilder, bei denen nur die Veränderung gespeichert wird, werden als P-Frames und als B-Frames bezeichnet. Um den Anwender auch die Möglichkeit zu geben, den MPEG-Film von einem anderen Startpunkt aus als dem ersten Bild zu sehen, gibt es noch die sogenannten I-Frames, die im Prinzip JPEG-komprimierte Bilder sind. Ein MPEG-Stream besteht aus Gruppen mit folgenden Sequenzen: I B B P B B P B B.

Eine MPEG-Datei kann neben Videosequenzen auch Audiodaten enthalten. Das MPEG-Format wird auf verschiedenen Plattformen unterstützt (u.a. Macintosh und Windows). Durch die aufwendige Kompression lassen sich relativ kleine Dateien erzeugen. Für die Wiedergabe werden hohe Anforderungen an die Hardware gestellt, eine spezielle Grafikkarte ist deswegen empfehlenswert.

Das MPEG-Format ist nicht mit dem MJPEG-Format zu verwechseln. Motion-JPEG ist eine Anwendung des für Standbild-Komprimierung entwickelte JPEG-Verfahren auf Bildfolgen bzw. Videosequenzen. Dieses Format wird bei der digitalen Videobearbeitung eingesetzt und unterscheidet sich zu MPEG dadurch, daß jedes Bild unabhängig von seinem Vorgänger bzw. Nachfolger gespeichert wird. MJPEG-Dateien sind deswegen größer als das entsprechende MPEG-Pendant [vgl. Mesaric 96, S. 116-121 sowie Bertuch 96, S. 158].

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